Wie Bielen zu seinem Mondkrater kam!

Wilhelm Freiherr von Biela (* 19. März 1782 in Roßla; † 18. Februar 1856 in Venedig) war ein deutsch-österreichischer Astronom und Offizier. Er stammt aus dem thüringischen Uradelsgeschlecht derer von Biela, das, wie der Name schon ahnen läßt, aus dem frühen Bielen stammt.

Der Komet Biela (offizielle Bezeichnung 3D/Biela) ist ein nach Wilhelm Freiherr von Biela benannter periodischer Komet. Das „D“ in seiner Bezeichnung steht für das englische "disappeared" und zeigt an, dass der Komet nicht mehr existiert, nachdem er 1846 zerbrochen ist und sich in der Folge offenbar vollständig aufgelöst hat. Biela war der erste Komet in der Geschichte der Kometenforschung, bei dem eine Teilung beobachtet wurde.

Der Komet wurde am 27. Februar 1826 als kleiner, rundlicher Nebelfleck vom österreichischen Offizier und Amateurastronomen Wilhelm Freiherr von Biela in Josefstadt (Josefov, heute Teil von Jaroměř, deutsch Jermer) im nördlichen Böhmen entdeckt. Biela gelang auch eine Bahnbestimmung, die zeigte, dass es sich bei dem Objekt um einen kurzperiodischen Kometen mit einer Umlaufszeit von etwa 6,6 Jahren handelte. Nachträglich wurde so erkannt, dass es sich um denselben Kometen handelte, der bereits 1772 von Jacques Leibax Montaigne und Charles Messier sowie 1805 von Jean-Louis Pons entdeckt worden war. Dass er nicht bei jeder Sonnennähe gesichtet wurde, lag an ungünstigen Stellungen zu Erde und Sonne. Auch 1833 und 1839 blieb er unbeobachtet.

Zum Jahreswechsel 1845/1846 konnten Astronomen beobachten, wie der Komet in zwei Teile zerbrach, die sich langsam voneinander entfernten. Im März 1846 war der Abstand zwischen den beiden Bruchstücken, die beide einen kurzen Schweif ausbildeten, bereits auf 300.000 Kilometer angewachsen. Auch bei der nächsten Wiederkehr des Kometen im Jahre 1852 konnten beide Teile beobachtet werden; ihr Abstand war bereits auf 2,5 Millionen Kilometer angewachsen, was ein Auseinanderdriften mit 40–50 km/h voraussetzte.

Die Wiederkehr des Kometen wurde für die Jahre 1859 und 1865 vorhergesagt, der Komet konnte aber nicht wiedergefunden werden. Auch im Jahre 1872 blieb die Suche nach dem Kometen erfolglos, jedoch konnte am 27. November – dem Tag, an dem die Erde die Bahn des Kometen kreuzte – ein Meteorschauer mit bis zu 3000 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden: Offenbar handelte es sich bei den Meteoroiden um die Überreste des nun vollständig aufgelösten Himmelskörpers. Der als Bieliden bezeichnete Meteorstrom konnte auch 1885, 1892 und 1899 wieder beobachtet werden, seine Intensität ging aber stetig zurück. Danach traten die Bieliden nicht wieder in Erscheinung.

"Biela" heißt auch ein Einschlagkrater im Süden der Mondvorderseite. Dieser Krater und seine vielen Nebenkrater wurden 1935 von der IAU dem österreichischen Astronomen Wilhelm von Biela zu Ehren offiziell nach ihm benannt.






Weitere Vereine in und um Bielen

©2003-2017 Heimatverein 850-Jahre-Bielen e.V.

Erstellt am:
  25.08.2003
Neu seit 30.05.2017
Letzte Aktualisierung:
  24.10.2017 01:52:39